Traumatherapeutische Ergotherapie

 

Alle in der Ergotherapiepraxis Diana Krämer arbeitenden Therapeut*innen haben sich im Laufe ihrer Arbeit zunehmend auf die Begleitung von Menschen mit Traumafolgestörungen spezialisiert.

 

Grundlage dieser Ausrichtung ist die Erfahrung, dass traumatische Erfahrungen sich nicht nur in einzelnen Symptomen zeigen, sondern tief in den Alltag hineinwirken: in das eigene Handeln, in Beziehungen, in die Selbstorganisation und in das Erleben von Sicherheit und Selbstwirksamkeit.

 

Traumasensitive Ergotherapie richtet den Blick daher weniger auf Diagnosen als auf das konkrete Leben der Klient*innen. Aus ergotherapeutischer Perspektive werden Traumafolgen besonders auf der Handlungsebene sichtbar. Viele Betroffene erleben Schwierigkeiten dabei, Tätigkeiten zu beginnen, aufrechtzuerhalten, zu strukturieren oder abzuschließen. Häufig ist auch das Vertrauen in den eigenen Körper, in die eigene Kompetenz oder in das eigene Urteilsvermögen beeinträchtigt. Bedürfnisse werden spät wahrgenommen, Grenzen schwer gesetzt oder nicht geschützt. Genau an diesen Stellen setzt unsere therapeutische Arbeit an.

 

Ziel der Behandlung ist es, gemeinsam mit den Klient*innen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Handeln im Alltag wieder möglich, stimmig und verlässlich wird. Dabei stehen die individuellen Ziele, Lebenskontexte und Belastungsgrenzen stets im Mittelpunkt. Therapie wird nicht „für“ jemanden gemacht, sondern gemeinsam entwickelt. Tempo, Inhalte und Vorgehen werden transparent abgestimmt, um Orientierung, Kontrolle und Selbstwirksamkeit zu fördern – zentrale Faktoren für Sicherheit nach traumatischen Erfahrungen.

 

Traumatische Erfahrungen können auf der Handlungsebene sehr unterschiedliche Auswirkungen haben. Manche Menschen erleben eine Verunsicherung ihrer Handlungsidentität, also die Frage, wer sie sind und wozu sie fähig sind. Andere haben Schwierigkeiten mit Handlungsinitiative, fühlen sich blockiert oder verlieren rasch Antrieb und Energie. Häufig entstehen auch Handlungsmuster, die kurzfristig entlasten, langfristig jedoch den Alltag einengen. Wieder andere vermeiden bestimmte Tätigkeiten oder ganze Lebensbereiche, weil diese mit Überforderung, Kontrollverlust oder früheren Erfahrungen verbunden sind. In der traumasensitiven Ergotherapie werden diese Phänomene nicht als Defizite verstanden, sondern als nachvollziehbare Anpassungen an frühere Belastungen.

 

In der therapeutischen Arbeit werden diese Muster nicht bewertet oder „korrigiert“, sondern gemeinsam verstanden und schrittweise verändert. Dabei nutzen wir das gesamte Spektrum ergotherapeutischer Interventionsansätze. Ausdruckszentrierte Methoden ermöglichen es, innere Zustände über kreatives oder handlungsbezogenes Tun erfahrbar und bearbeitbar zu machen, auch dann, wenn Worte fehlen. Kompetenzzentrierte Interventionen stärken konkrete Fähigkeiten wie Planung, Strukturierung, Ausdauer, Belastbarkeit und Handlungssicherheit. Interaktionelle Ansätze unterstützen den Umgang mit Nähe, Abgrenzung, Kooperation und Rollen im sozialen Miteinander. Die Auswahl und Kombination der Methoden erfolgt individuell und orientiert sich stets an der aktuellen Belastbarkeit und den Alltagszielen der Klient*innen.

 

Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist der konsequente Alltagsbezug. Therapeutische Prozesse sollen nicht im Therapieraum enden, sondern in das reale Leben hineinwirken. Traumasensitive Ergotherapie kann daher eine aktive, lebensnahe Therapieform sein, die bei Bedarf auch Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen des täglichen Lebens umfasst. Dazu gehören beispielsweise die gemeinsame Strukturierung des Tages, die Planung und Umsetzung konkreter Vorhaben, das Erproben neuer Handlungsspielräume oder – wenn sinnvoll und gewünscht – auch die Begleitung im häuslichen Umfeld.

 

Unser Verständnis von traumasensitiver Ergotherapie ist dabei nicht reparierend, sondern befähigend. Ziel ist es, gemeinsam mit den Klient*innen Wege zu entwickeln, wie sie ihren Alltag wieder als gestaltbar erleben können – mit realistischen Anforderungen, mit Raum für Erholung und mit einem wachsenden Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit. Therapie bedeutet in diesem Sinne, Sicherheit im Tun zu erfahren und Schritt für Schritt neue Erfahrungen zu ermöglichen, die sich nachhaltig in den Alltag integrieren lassen.

 

 

Kontakt Ergotherapiepraxis (für alle terminlichen Anfragen):

030 60962781

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Krossenerstrasse 2 - 10245 Berlin  

Kontakt Diana Krämer (keine Therapieanfragen - Terminanfragen bitte an die Praxis stellen):

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