Soundhealing
In dieser Gruppe werden Klanginstrumente im Rahmen einer ergotherapeutischen Gruppenintervention eingesetzt, um physiologische und psychische Voraussetzungen für Handlungsfähigkeit im Alltag zu unterstützen. Ziel ist nicht die Klangerfahrung an sich, sondern die Förderung von Regulationsfähigkeit, Körperwahrnehmung und Belastungstoleranz als Grundlage für alltagsrelevante Betätigung.
Viele Menschen mit psychischen Belastungen erleben eingeschränkte Handlungsfähigkeit durch:
· anhaltende innere Anspannung,
· reduzierte Körperwahrnehmung,
· schnelle Übererregung oder Erschöpfung,
· eingeschränkte Selbstregulation im Alltag.
Die gezielte Arbeit mit Klangreizen kann helfen, das autonome Nervensystem zu beruhigen, die Wahrnehmung für innere Zustände zu differenzieren und den Wechsel zwischen Aktivierung und Entspannung bewusster zu steuern. Diese Fähigkeiten sind zentrale Voraussetzungen, um alltägliche Betätigungen wie Arbeit, Selbstversorgung, soziale Interaktion oder Freizeitaktivitäten wieder zuverlässiger ausführen zu können.
Der Gruppenablauf folgt einem klar strukturierten therapeutischen Rahmen und dient der Übertragbarkeit in den Alltag:
· Ankommen und Orientierung zur Reduktion von Stressreaktionen,
· angeleitete Klangsequenz zur Förderung von Entspannung und Körperwahrnehmung,
· Integrationsphase zur bewussten Einordnung der Erfahrung und zum Transfer in den Alltag.
Die Dauer der Teilnahme kann individuell gewählt werden; es besteht keine feste Mindestlaufzeit.
Eine vorherige Rücksprache mit einer medizinischen oder therapeutischen Fachperson wird empfohlen bei:
· Schwangerschaft im ersten Trimester,
· erhöhter Geräusch- oder Reizempfindlichkeit,
· Epilepsie mit möglicher Auslösung durch akustische Reize,
· bestehenden Traumafolgestörungen mit sensibler Reaktion auf Klangreize,
· implantierten medizinischen Geräten (z. B. Herzschrittmacher).
Die Intervention wird achtsam, reizarm und individuell angepasst durchgeführt. Rückmeldungen der Teilnehmenden werden kontinuierlich berücksichtigt, um die Intervention an persönliche Belastungsgrenzen und individuelle Betätigungsziele anzupassen.
Erforderlich ist eine ergotherapeutische Heilmittelverordnung für psychisch-funktionelle Behandlung.
